OER sind ein Mittel zur gerechten und partizipativen Bildung

OER sind aus unserer Sicht dazu geeignet, dem gesamtgesellschaftlichen Ziel der Bildungsgerechtigkeit ein großes Stück näherzukommen, da allen Lerninteressierten der niedrigschwellige Zugang zu Bildungsinhalten sowohl auf nationaler als auch auf globaler Ebene unabhängig von der individuellen wirtschaftlichen Situation ermöglicht wird. Die Verwendung von standardisierten Lizenzen, Freier Software und Offenen Standards leistet einen Beitrag zur Überwindung der digitalen Kluft. Gleichzeitig ist mit der Forderung nach Bildungsgerechtigkeit und einer Freigabe als OER auch die Erwartung verbunden, dass Bildungsmaterialien, die mit öffentlichen Geldern finanziert werden – d. h. mit Steuergeldern – auch der Allgemeinheit “gehören” sollten.

Rechtlich freigegebene Bildungsmaterialien wie OER ermöglichen zudem eine stärkere Beteiligung der Lernenden und erhöhen so die Gestaltungsspielräume der Lehrenden. Lehrende und Lernende können die Entwicklung und Nutzung solcher Materialien ohne prohibitive rechtliche oder technische Hürden mitgestalten. Hier wird ein Austausch von Lernmaterial zwischen Lehrenden und Lernenden durch die jeweilige Rechtsregel oder Lizenz erlaubt, zusätzliche Rechteklärungsprozeduren entfallen. Partizipative offene Lern-/Lehr-Umgebungen werden so möglich.

Die Europäische Kommission hat die Potentiale von OER erkannt und fordert eine breite Einführung von OER in den Bildungsbereich.[7] Diese Forderung wird in mehreren Veröffentlichungen des Nationalen IT-Gipfels der Bundesregierung ebenfalls unterstützt.[8]Zudem ist OER auch ein integraler Bestandteil zur Erreichung der von der UN definierten Millenniumsziele[9] und der 2014 vom Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) an Bundeskanzlerin Angela Merkel überreichten Zukunftscharta[10].