Buch 2000 Lernen verstehen - Verstehen lernen




Wir lernen lebenslang, von Kindesbeinen an bis ins hohe Alter. Doch hat die Schule eine Schlüsselfunktion darin, nicht nur wegen ihrer Chancenvergabe, sondern insbesondere wegen ihres Förderauftrages. Damit sie ihre positiven Funktionen erfüllen kann, müssen wir ein zeitgemäßes Verständnis des Lernens in dieser Institution gewinnen und das Verstehen der Möglichkeiten und Fähigkeiten unserer Kinder entwickeln. Dieses Hauptanliegen des Buches richtet sich vor allem an Lehrer und Eltern.
Wissen ist dynamisch und kann daher als lebendiges, einsatzfähiges Verfügen über Möglichkeiten, Strategien und Entscheidungen auch nur in der lebendigen Auseinandersetzung erworben werden. Engagiertes eigenes Tun in Zusammenarbeit mit Anderen in einer anleitend fordernden Unterrichtskultur muß daher als Grundlage für die Entwicklung von Können und Verantwortung gelten. Dies führt auch zu einer veränderten Einschätzung von erziehenden Einwirkungen und der Betonung von 'Selbst'-Erziehung. Zahlreiche Beispiele sollen die komplexe Lehr-Lern-Situation erhellen. Häufig diskutierte Theorien werden in ihrer Bedeutung für den Unterricht verglichen und zu einer Revision der Lernbedingungen und zu konkreten Vorschlägen verdichtet. Insbesondere wird eine veränderte Sicht der Kinder vorgestellt, die als sonderpädagogisch förderbedürftig gelten. Aktives Teilnehmen und Teilsein münden in das Konzept einer wohnortintegrierten Schule.

Aus dem Inhalt: Was sehen Lehrer? - Was heißt fördern? - Eigenaktivität versus Vermittlung, Teilnahme und Teilsein versus aufgesetzte Motivierung - Neurowissenschaft und Didaktik? - Was nützt Forschung? - Wie ändert man eingefahrene Lehrgewohnheiten? - Was kann 'Selbst'-Erziehung bedeuten und was meint eine 'postmoderne Ethik' im Unterricht? - Die Schlüsselfunktionen von Dialog und Kommunikation und die Grenzen des Diskurses.